Nützliche Bakterien helfen Korallen erstmals im offenen Meer
Im Roten Meer überstanden mit Probiotika behandelte Korallen eine reale Hitzewelle besser, ein erster Beweis außerhalb des Labors.
Korallen sehen aus wie bunte Steinskulpturen, sind aber lebendige Kolonien aus Tausenden winzigen Polypen. In ihnen leben Algen, die per Photosynthese Energie liefern, und dazu eine ganze Gemeinschaft aus Mikroben. Wird das Wasser zu heiß, stoßen Korallen ihre Algen ab, bleichen aus und sterben oft. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten die meisten Riffe der Welt genau daran zugrunde gehen, das betrifft nicht nur Urlaubsziele, sondern die Fischgründe von Millionen Menschen, die von gesunden Riffen leben.
Ein Forschungsteam um die Postdoktorandin Erika Santoro von der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi-Arabien testete deshalb, ob sich Korallen mit nützlichen Bakterien stärken lassen, ähnlich wie Probiotika beim Menschen die Darmflora unterstützen sollen. Bisher klappte das nur unter Laborbedingungen.
2022 gab es im Roten Meer eine echte, lang anhaltende Hitzewelle mit fast 32 Grad Wassertemperatur. Die Forschenden behandelten Korallenkolonien vor Ort mit zwei verschiedenen Bakterien-Mischungen, zum Vergleich bekamen andere Kolonien nur Salzwasser ohne Mikroben. Die behandelten Korallen blieben deutlich gesünder als die unbehandelte Vergleichsgruppe.
"Wenn eine so innovative Idee tatsächlich funktioniert, noch dazu unter echten Feldbedingungen, sind wir positiv überrascht", sagte Santoro. Bis zum Einsatz an ganzen Riffen ist es noch weit. Im offenen Meer hat die Idee jetzt zum ersten Mal den Test bestanden, nicht mehr nur im Labor.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Anthropocene Magazine.